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 Montag, 08. August 2005
STEINMAUR / Zucht in der Schweiz steckt noch in den Kinderschuhen
Yaks mit spätem Nachwuchs
In den letzten drei Wochen sind auf einer Pferdeweide in Steinmaur neben dem Fischbach ungewöhnliche Gäste anzutreffen gewesen: Drei ausgewachsene Yaks frassen sich vergnügt die Wänste voll. Am 30. Juli kalberte eine Kuh.
NANDO NUSSBAUMER
 
 
Knapp zehn Tage alt ist das Kalb der Yak-Mutter. (Bild: Herbert Zimmermann)
 
Die kleine Yak-Herde von Bruno Ottinger wächst: Am 30. Juli brachte Malou ein Kalb zur Welt. Zwischen 15 und 18 Kilo schätzt Ottinger das Geburtsgewicht. Er ist Besitzer der vier Yaks, die in den letzten drei Wochen in Steinmaur zu Besuch waren. Richtig heisst es allerdings: ein Yak und drei Dri, wie die weiblichen Tiere genannt werden. Laut Ottinger war es eine späte Geburt. Denn normalerweise kalbern die Kühe im Frühling, nach neun Monaten Tragzeit. Aber auch die zweite Kuh ist erst in Erwartung. «Es dauert nicht mehr lange», so Ottinger.

Nepal als Auslöser

Als Ottinger vor sechs Jahren auf einer Reise in Nepal war, hatten es ihm die Yaks angetan. Zurück in der Schweiz, kaufte er sich zwei Stück. «Die Viecher sind einfach zu halten», meint der Hobbybauer liebevoll. Seine Yaks führen ein gemütliches Leben, sie werden nicht als Zug- oder Lasttier benützt. Die Yak-Zucht in der Schweiz steckt noch in den Kinderschuhen.

Erst seit zwei Jahren existiert die Schweizerische Yakhalter-Vereinigung, in welcher auch Ottinger Mitglied ist. Standards für Zuchten sind noch nicht fertig ausformuliert. Ottinger schätzt, dass in der Schweiz etwa 230 Yaks gehalten werden.

Als die Yaks die Rossweide beim Fischbach in Steinmaur vergangenes Wochenende leergefressen hatten, zogen sie wieder in die Höhe. Meist grasen sie auf Weiden rund um Regensberg und Niederweningen. Ottinger selbst hat kein Land, weshalb er mit verschiedenen Bauern Abkommen geschlossen hat.

Erstes weibliches Kalb

Die letzten vier Nachkommen der Herde hatte der 31-Jährige verkauft. Was aber geschieht mit den diesjährigen Kälbern? «Das am 30. Juli geborene werde ich wahrscheinlich behalten.» Es ist sein erstes weibliches Kalb.

Vielleicht muss er deshalb den Stier verkaufen, denn Inzucht soll vermieden werden. Der Name des jüngsten Herdenmitglieds ist noch nicht ganz festgelegt. Ottinger: «Vielleicht in Anlehnung an ihre Mutter: Malina.»

Gefährdete Yaks

Der Yak ist eine Rinderart, die aus Zentralasien stammt. Die Yaks sehen nicht sonderlich gut, weshalb sie sich über Grunzlaute und Körpergeruch verständigen. Der weitaus grösste Teil der heutigen Yak-Bestände ist domestiziert. Die Verwendung des Yaks beziehungsweise der Dri, des weiblichen Tiers, ist vielfältig. Deren Produkte sind Milch, Wolle, Leder und Fleisch. Da die Yaks mit einem langen Haarkleid gegen die Kälte ausgerüstet sind, eignen sie sich als Last- und Reittiere in kalten Gebieten. Ein Stier bringt um die 700 Kilogramm auf die Waage, eine Kuh etwa 300 Kilogramm.

Die Schattenseite der Domestizierung ist die Bedrohung für die wilden Yaks. In vielen Gebieten Zentralasiens sind diese ausgestorben und werden als gefährdete Tierart aufgeführt.

Der Yak

Bos mutus grunniens (Grunzochse)

In Zentralasien

Der Yak ist ein langhaariges Mehrnutzungsrind, welches sich an die unwirtlichen, kalten Bedingungen des Hochgebirges Zentralasiens perfekt angepasst hat und gleichzeitig verschiedene wertvolle Produkte für den Menschen liefert.
Der Yak bevorzugt Höhenlagen zwischen 3000 und 5000m ü.M., er überlebt unter Bedingungen, wo Rinder und Pferde oft nicht leben könnten.
Der Yak nutzt Weiden, welche für Hausrinder und Pferde zu steil und das Futter für sie zu karg wäre.Die Yaks werden meist in Grossherden von 150-200 Tieren gehalten.
In der ursprünglichen Nomadenwirtschaft wurde keine gezielte Paarung vorgenommen. Die Kreuzung mit anderen Rinderrassen ist jedoch weit verbreitet. Diese Kreuzungstiere eignen sich für die Nutzung tieferer Höhenlagen.
Bis zu Höhen von 6000m ü.M. nutzen die Nomaden Milch, Fleisch, Leder, Haar, Wolle und Kot des Hausyaks, zudem dient er als Last- und Reittier. Unter den 6 Yakprodukten ist die Milch das vermutlich wichtigste. Ihren Nährstoffbedarf decken die Nomaden überwiegend durch Milch und Milchprodukte, Fleisch und Getreide. Aus Milch produzieren sie Butter und Käsebriketts.
Auch Fleisch wird getrocknet. Aus religiösen Gründen spielt Yakfleisch in verschiedenen Yakhaltungsgebieten jedoch eine eher sekundäre Rolle. In der ehemaligen UDSSR und der Mongolei ist die Produktion von Yakfleisch verbreitet.

In der Schweiz

Die Schweizer Yakhaltung befindet sich in der Startphase. Erstmals wurden Yaks 1973 in die Schweiz importiert, diese Tiere lebten bis 1990 in der Schweiz. Ab 1995 wurden erneut Yaks eingeführt, heute werden in der Schweiz von ca. 30 Haltern rund 330 Yaks gehalten. 2003 wurde die Schweizer Yakhalter Vereinigung gegründet (SYV), zu der die meisten Yakhalter angehören. Viele Halter begeistert die Ursprünglichkeit, Genügsamkeit und der starke Herdentrieb ihrer Yaks. Obschon Yaks aus Gebieten grosser Höhe mit tiefen Temperaturen stammen, ist es ersichtlich, dass sich die Tiere in der Schweiz wohl fühlen.

Die Anschaffungskosten für Yaks sind heute noch hoch, die Unterhaltskosten und der Arbeitsaufwand jedoch bescheiden, preislich liegen sie knapp unter den Werten für Robustrinder. Die Yaks haben geringe Ansprüche an Futterqualität und -menge, als Schutz dient ein einfacher Unterstand. Yaks eignen sich für Ganzjahresweide, bis zu einer lockeren Schneedecke von 30cm graben sie nach Futter, das im Herbst stehen geblieben ist. Als leichte Tiere schonen Yaks den Boden. Diese Eigenschaften sowie die Tatsache, dass Luchs und Wolf für sie keine Bedrohung darstellen, könnte der Bewirtschaftung steiler, karger Gebiete mit Yaks zu Bedeutung verhelfen. Yaks könnten allenfalls eingesetzt werden, um vergandete Weiden für andere Tiere wieder nutzbar zu machen.

Fleisch sowie weitere landwirtschaftliche Produkte kamen bis heute sehr spärlich auf den Markt. Die meisten Halter planen, in Zukunft mit überzähligen Tieren Fleisch zu produzieren. Anfänglich werden die Produkte über persönliche Kontakte, später in Direktvermarktung verkauft. Milch, Wolle und Felle könnten allenfalls in Einzelfällen verkauft werden, in nächster Zukunft werden sie aber vermutlich keine grosse wirtschaftliche Bedeutung erlangen.

Dani Wismer im Wallis bietet auf seinem Betrieb "kulturellen Agritourismus" mit Yaktrekking und Übernachtungsmöglichkeiten an. Für einzelne Betriebe kann dies eine interessante Ergänzung zur landwirtschaftlichen Haltung sein. Die Überlegenheit der Yakprodukte liegt nach Meinung der Halter im Speziellen, Neuen und Natürlichen. Für mehrere Halter sind die Yaks ein Hobby, sie sind bereit Geld für die Tiere auszugeben.  Auch diese Halter betreiben mit ihren Yaks Zucht. Die Hobbyhaltung könnte bei Personen, die an ursprünglichem Rindvieh interessiert sind, zunehmen.

Für eine erfolgreiche Schweizer Yakzucht ohne Inzucht sind Abklärungen über die Verwandtschaft der Tiere nötig. Mit dem Ziel einer wirtschaftliche Yakproduktion wäre zudem ein Ausschluss von minderwertigen Tieren von der Zucht, sowie Besamung mit neuen, ausländischen Blutlinien zu begrüssen.

Um klar festzustellen, ob der Yak für die schweizerische Landwirtschaft neue, wertvolle Funktionen erfüllen kann, sind weitere Untersuchungen nötig.

Im Wehntal

Seit 1999 Leben Yaks im Wehntal. Die ersten beiden Yaks (eine Kuh und ein Stier) kaufte ich im Juni 1999, bei Daniel Wismer im Wallis. In den Sommermonaten durften sie mit mir auf die Alp ins Muotatal im Winter hatte ich eine Weide in Steinmaur.
Im Frühling 2002 hab ich in Niederweningen bei Ernst Mülli eine neue Heimat für meine Tiere gefunden. Kurze Zeit später, kam auch das erste Kalb von Kuh Malou zur Welt. Es bekam den Namen Wano.

Seit 2003 haben sich die Yakhalter der Schweiz zur Gründung eines Vereins entschlossen. Am 15.April 2003 in Illnau haben wir die Schweizerische Yakhalter Vereinigung (SYV) gegründet.

Ich hab die Aufgabe übernommen ein Herdebuch aufzubauen. Ein grosses Problem haben wir mit der Inzucht, da wir in der Schweiz nur ca. 330 Yaks haben und von Zuchttieren die Abstammungsdaten fehlen. Darum erforschen wir den Verwandtschaftsgrad mittels Dna-Test. 

Wenn Sie mehr über unseren Verein und Yaks erfahren wollen, finden Sie uns im Internet unter www.syv.ch oder bei mir direkt.

Der Yak als Last- und Reittier

Der Yak entwickelte sich zum unentbehrlichen Arbeitstier in den Hochlagen Zentralasiens. Der Yak ist seinem Betreuer gegenüber fügsam, gelehrig und  nur in Ausnahmefällen aggressiv. Für einen unkomplizierten Umgang werden überwiegend kastrierte männliche Yaks für die Arbeit, und zum Pflügen eingesetzt.

Ein tibetisches Sprichwort besagt, dass alles, was sich in Tibet bewegt, auf dem Rücken eines Yaks geschieht. In Bhutan sind sie die einzigen Transportmittel in bergigen Regionen, vor allem im Winter, wenn die Fusswege Schnee- und Eisbedeckt sind. Sie sind wendiger und trittsicherer als jedes andere Haustier und überleben in kaltem Klima mit magerem Futter. Die Bedeutung der Yaks als Lasttier hat trotz der Entwicklung des Güterverkehrs nicht abgenommen. Viele Gebiete sind mit modernen Transportmitteln nach wie vor nicht zu erreichen und Yaks bleiben die lebenswichtige und einzige Verbindung zwischen Nomaden und der Sesshaften Bevölkerung. Früher zogen riesige Yakkarawanen durch das Hochland um Güter (Salz, Getreide, Tee, etc.) zwischen den benachbarten Ländern zu tauschen. Heute, nach dem Einmarsch Chinas in Tibet, sind diese Aktivitäten stark eingeschränkt, Handel besteht heute vor allem zwischen den Siedlungen und Dörfern.

Mit seinen kompakten und stabilen Klauen kann der Yak auch schwieriges Gelände mit Steigungen von bis zu 75% sicher bewältigen, und zusätzlich schwere Lasten auch auf schmalen Pfaden tragen. Auch durch hohen Schnee bahnt er sich seinen Weg. Yaks sind kräftig und verfügen in Lagen bis 6000m ü.M. über grosse Ausdauer. In kalten Temperaturen können sie schneller reisen als Pferde oder Maultiere. Der Yak kann auch bei Schnee bis 40 cm Waren über die 7000m hohen Pässe transportieren, sowie eisige Gebirgsflüsse mit starker

Strömung durchschwimmen. In schwierigen Situationen verhalten sie sich ruhiger als Pferde oder Maultiere, in sumpfigem Gelände zeigen sie keine Panik. Kommt der Yak nicht mehr vorwärts, geht er zurück, versucht es nochmals oder probiert einen neuen Weg. Auch bei schmalen Gebirgspfaden kommt es bei Lasttieren nicht zu Abstürzen, sofern sie von ihrem Führer nicht in der Konzentration gestört werden. Lastyaks können während etwa 15 Jahren genutzt werden. Ein Lastyak trägt ca.80-100kg 25-30 km Während 7-10 Tagen. Sie ruhen sich nur nachts aus und fressen dann vorgelegtes Futter. Yaks werden auch zum Reiten gebraucht. Obwohl sie einen angenehmen Gang haben, sind sie schwieriger zu Reiten als Pferde, denn auch hier erfolgt die Führung über Riemen, die durch den Nasenring gezogen werden. Ungeübte weichen wegen ihrem unvorhersehbares Temperament besser auf sicherere Transportmittel aus.

Bruno Ottinger
Wehntalerstrasse 5
CH-8165 Oberweninegn


Natel +41(0)79 274 92 46
e-mail  info@yakranch.ch

SYV

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Yaks im Wallis

bei Dani Wismer und Sonja Mathis
 

Yaks im Emmental

bei Michael Schilt
 

Yaks im Safiental

bei Angelika und Erwin Bandli
 

Yaks im Urnerland

bei Adrian Regli
 

Yaks in Deutschland

bei Alfons Kohl
 

IYAK

The International Yak Association 
 

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