Der Yak
Bos mutus grunniens (Grunzochse)
In Zentralasien
Der Yak ist ein
langhaariges Mehrnutzungsrind, welches sich an die unwirtlichen, kalten
Bedingungen des Hochgebirges Zentralasiens perfekt angepasst hat und
gleichzeitig verschiedene wertvolle Produkte für den Menschen liefert.
Der Yak bevorzugt Höhenlagen zwischen 3000 und 5000m ü.M., er überlebt unter
Bedingungen, wo Rinder und Pferde oft nicht leben könnten.
Der Yak nutzt Weiden, welche für Hausrinder und Pferde zu steil und das Futter
für sie zu karg wäre.Die Yaks werden meist in Grossherden von 150-200 Tieren
gehalten.
In der ursprünglichen Nomadenwirtschaft wurde keine gezielte Paarung
vorgenommen. Die Kreuzung mit anderen Rinderrassen ist jedoch weit verbreitet.
Diese Kreuzungstiere eignen sich für die Nutzung tieferer Höhenlagen.
Bis zu Höhen von 6000m ü.M. nutzen die Nomaden Milch, Fleisch, Leder, Haar,
Wolle und Kot des Hausyaks, zudem dient er als Last- und Reittier. Unter den 6
Yakprodukten ist die Milch das vermutlich wichtigste. Ihren Nährstoffbedarf
decken die Nomaden überwiegend durch Milch und Milchprodukte, Fleisch und
Getreide. Aus Milch produzieren sie Butter und Käsebriketts.
Auch Fleisch wird getrocknet. Aus religiösen Gründen spielt Yakfleisch in
verschiedenen Yakhaltungsgebieten jedoch eine eher sekundäre Rolle. In der
ehemaligen UDSSR und der Mongolei ist die Produktion von Yakfleisch verbreitet.
In der Schweiz
Die Schweizer Yakhaltung befindet sich in der Startphase. Erstmals wurden Yaks 1973 in die Schweiz importiert, diese Tiere lebten bis 1990 in der Schweiz. Ab 1995 wurden erneut Yaks eingeführt, heute werden in der Schweiz von ca. 30 Haltern rund 330 Yaks gehalten. 2003 wurde die Schweizer Yakhalter Vereinigung gegründet (SYV), zu der die meisten Yakhalter angehören. Viele Halter begeistert die Ursprünglichkeit, Genügsamkeit und der starke Herdentrieb ihrer Yaks. Obschon Yaks aus Gebieten grosser Höhe mit tiefen Temperaturen stammen, ist es ersichtlich, dass sich die Tiere in der Schweiz wohl fühlen.
Die Anschaffungskosten für Yaks sind heute noch hoch, die Unterhaltskosten und der Arbeitsaufwand jedoch bescheiden, preislich liegen sie knapp unter den Werten für Robustrinder. Die Yaks haben geringe Ansprüche an Futterqualität und -menge, als Schutz dient ein einfacher Unterstand. Yaks eignen sich für Ganzjahresweide, bis zu einer lockeren Schneedecke von 30cm graben sie nach Futter, das im Herbst stehen geblieben ist. Als leichte Tiere schonen Yaks den Boden. Diese Eigenschaften sowie die Tatsache, dass Luchs und Wolf für sie keine Bedrohung darstellen, könnte der Bewirtschaftung steiler, karger Gebiete mit Yaks zu Bedeutung verhelfen. Yaks könnten allenfalls eingesetzt werden, um vergandete Weiden für andere Tiere wieder nutzbar zu machen.
Fleisch sowie weitere landwirtschaftliche Produkte kamen bis heute sehr spärlich auf den Markt. Die meisten Halter planen, in Zukunft mit überzähligen Tieren Fleisch zu produzieren. Anfänglich werden die Produkte über persönliche Kontakte, später in Direktvermarktung verkauft. Milch, Wolle und Felle könnten allenfalls in Einzelfällen verkauft werden, in nächster Zukunft werden sie aber vermutlich keine grosse wirtschaftliche Bedeutung erlangen.
Dani Wismer im Wallis bietet auf seinem Betrieb "kulturellen Agritourismus" mit Yaktrekking und Übernachtungsmöglichkeiten an. Für einzelne Betriebe kann dies eine interessante Ergänzung zur landwirtschaftlichen Haltung sein. Die Überlegenheit der Yakprodukte liegt nach Meinung der Halter im Speziellen, Neuen und Natürlichen. Für mehrere Halter sind die Yaks ein Hobby, sie sind bereit Geld für die Tiere auszugeben. Auch diese Halter betreiben mit ihren Yaks Zucht. Die Hobbyhaltung könnte bei Personen, die an ursprünglichem Rindvieh interessiert sind, zunehmen.
Für eine erfolgreiche Schweizer Yakzucht ohne Inzucht sind Abklärungen über die Verwandtschaft der Tiere nötig. Mit dem Ziel einer wirtschaftliche Yakproduktion wäre zudem ein Ausschluss von minderwertigen Tieren von der Zucht, sowie Besamung mit neuen, ausländischen Blutlinien zu begrüssen.
Um klar festzustellen, ob der Yak für die schweizerische Landwirtschaft neue, wertvolle Funktionen erfüllen kann, sind weitere Untersuchungen nötig.